Sagen wir es mal so, in der Bundesrepublik Deutschland kann man durchaus leben.
Die Frage ist, Wie man leben will, oder noch wichtiger, wie man leben kann.
Szenen aus unserem Leben
Wie ist das?
Soll man sich in dieser Republik einrichten, soll man sich engagieren, sich einmischen, oder sich gar einbringen. Soll man so tun als gäbe es sie gar nicht und die Verhältnisse in der Politik, Wirtschaft, Kultur usw. schlichtweg ignorieren? Oder soll man sich auflehnen gegen das, was man für ungerecht, politisch falsch oder sozial unanständig hält?
Diese Fragen stelle ich mir seit langem und meine Antwort ist immer die gleiche: „Lass die Finger weg, du änderst ohnehin nichts." Das ist meine Erfahrung im Großen wie im Kleinen. Alle Versuche, mich einzumischen sind zumeist nicht einmal beantwortet worden.
Nun gibt es da aber ein Problem. Seit meiner Jugend war ich
politisch engagiert und habe aktiv am politischen Leben in der Deutschen Demokratischen Republik teilgenommen. Zudem habe ich auf dem Gebiet der Politikwissenschaften meine A- und B‑Dissertation
erfolgreich verteidigt. Als Dr. sc. pol. und gelernter Diplomjurist kann man sich dem politischen Denken nur schwer entziehen. Die Überzeugung, nichts ändern zu können hat mich bisher gelähmt, meine
Meinung öffentlich kundzutun.
